Seit ich an der türkischen Küste bin, geht alles ein wenig langsamer – slow motion. Und das ist noch nicht mal so unangenehm, morgens ein wenig länger liegen bleiben, zum Strand ein Runde schwimmen, Frühstück, ein wenig Hygiene für den Camper, Blog aktualisieren und schon ist es Nachmittag.

Diesen Blogbeitrag schreibe ich am nächsten Morgen.
Es ist auf der Reise noch kein einziges Mal passiert, das ich nicht wußte, wo ich die Nacht zuvor campiert habe. Es war ein Karavan Park, relativ groß, ich war wieder der einzige Deutsche, und der Weg zum Strand ( mit Duschen ) war nicht weit.
Am Ende des Blog muss ich unbedingt festhalten, wo ich letzte Nacht angekommen bin, es war mit einer der besten Campingplätze in der Türkei.

Erstes Auslugsziel für heute ist Perge, eine antike Stadt ca. 15 Kilometer landeinwärts von der Südküste der Türkei. Perge war neben Side die wichtigste Stadt in Pamphylien. Anders als in Side verirren sich hier nur Interssierte her. Am Ort angekommen, war die Motivion noch sehr gering. Bei 38 Grad dachte ich noch ans Weiterfahren, hab meinen Entschluß zu Bleiben nicht bereut. Die noch stehenden Ruinen geben bis heute einen guten Eindruck von einer Stadtanlage der späthellenistisch-römischen Zeit.

Sich mit der Geschichte zu beschäftigen, die Zeit dafür in Anspruch zunehmen, ohne Zeitdruck in die Kulturstätten einzutauchen bereitet viel Freude.

Die Details kann man nachlesen auf Wikipedia, doch vergleicht man die Zahlen und reflektiert die Größenverhlätnisse, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. in Perge boten sowohl das Stadium alsauch das Theater Sitzeplätze für ca. 12-13.000 Beowhner der Stadt. Dementsprechend kalkulieren Historiker mit der fünffachen Anzahl an Stadtbewohnern. Das heißt in der Blütezeit wohnten hier mehr als 60.000 Menschen. Deutsche Städten im Mittelalter erhielten bei 20.000 Einwohner bereits den Status Großstadt.

Das ist die eine Sicht auf die Historie.
Türken haben da oft eine andere. Das Christentum bleibt in Erklärungen oft unberücksichtigt. Es wird lieber renoviert als restauriert.
Und alte Baumaschinen werden zum Kulturgut erhoben. Hier einer der Kräne, die in der Vergangenheit in Perge zum Versetzen der antiken Steine eingesetzt wurde.

Nächste Station, die Düden Wasserfälle in Antalya, eine Gruppe von Wasserfällen. Der Berühmteste ist der untere Düden Wasserfall. Das Wasser einer Kläranlage bildet den Strom und enden dort, wo das Wasser von einer felsigen Klippe direkt in das Mittelmeer abfällt.
Unten, dort wo das Wasser ins Meer stürzt, finden sich einige Angler. Eingekleidet in langen Regenmänteln scheint sich der Fischfang trotz grosser Hitze zu rechnen.


Das unlöschbare Feuer von Olympos: Yanartaş
Die nächste Station habe ich bewusst auf den Abend verlegt. Yanartaş ist eine kleine Erdgasquelle in der Nähe des Dorfes Çıralı. Es befindet sich in einer malerischen Lage in der Nähe des Meeres, die Flammen, die aus den Steinen schlagen, liegen oberhalb auf einem Berg, der erst mal in der Hitze bestiegen werden will. Es brennt seit 2500 Jahren und ist Gegenstand der griechischen Mythologie.
Nach Kurzfassung der Legende sind die noch brennenden Flammen einer Chimäre zuzuordnen, welche von einer griechischen Gottheit im grausamen Kampf in die sieben Stockwerken des Bodens versenkt wurde, und von dort immer noch Feuer speit.
Die Zusammensetzung des Gases besteht hauptsächlich aus Methan und Ethan. Wenn das aus den Steinen austretende Gas mit Sauerstoff in Kontakt kommt, fängt es Feuer und verbrennt.

Gegen Abend setzt bei Yanartaş eine Völkerwanderung ein.
Der grosse Parkplatz füllt sich und die Massen schleppen sich den Berg hinauf. Beschriftete Mülleimer geben die Entfernung an. Beruhigend zu beobachten, das ich nicht der einzige bin, der verschwitzt oben ankommt. Den Türken geht es offenbar genauso.
Der schweisstreibende Aufstieg lohnt.
Nach dem Naturphänomen geht es zurück nach Antalya.
Einen vielversprechenden Stellplatz am Meer hab ich ausgekundschaftet. Ich bin zu spät dran, es ist Samstag abend, und alle drängen in die Stadt.
Also Weiterfahrt in der Nacht.

Seyir Park Seydikemer ist das Ziel. Auf Park4Night auch dort zu finden.
Der Campingplatz ist mehr ein Freizeitgelände, der von der Gemeinde auf einem Bergplateau mit Blick auf die darunter liegende Stadt angelegt wurde. Moderne Einrichtungen für die Küche und Wäsche, dazu noch saubere, heiße Duschen. Der Zugang kostet 75TL Eintritt ( in etwa 4 € ) für den Park mit einem Camper, jeder weitere Tag kostet dann zusätzlich 50TL. Im Preis ist alles inbegriffen, Strom, Wasser, Waschmaschine …
Morgens und Abends läuft die Managerin herum und sammelt das Geld ein. Wenn was nicht funktioniert, ist sie schnell zu Stelle.

Es ist mit einer der besten Campingplätze in der Türkei.