Guten Morgen, Türkei ! Günaydın Türkiye !

Aus Richtung Kırklareli kommend habe ich gestern Abend kurz vor Edrine am Strassenrand übernachtet.
Heute stürze ich mich ins türkische Leben. Früh raus, Geld wechseln und eine SIM Karte fürs Internet sind jetzt erstmal wichtig.
Und dann möchte ich noch Edrine besichtigen. Edirne ist mit knapp 170.000 Einwohnern die westlichste Großstadt der Türkei. Sie liegt im bulgarisch-griechisch-türkischen Dreiländereck, dem europäischen Teil der Türkei.

Ein wenig unsicher bewege ich mich in die Stadt. Ich habe noch kein türkisches Geld, also scheiden bezahlte Parkplätze aus. Mit der offline Karte ( Internet fehlt auch noch ) von Google Maps navigiere ich zum Stadion und finde dort meinen Parkplatz. Vom Stadion ist es auch nicht weit in die Stadt.
Ich bin in der Türkei angekommen, bereits bei der Anfahrt der Blick auf die Selimiye-Moschee, aus der FussgängerZone heraus immer wieder die Blicke auf die Minarette. Dazwischen das rege Geschäftsleben und die bunten Läden. Anders als am ersten Tag in Bulgarien fühle ich mich hier sofort wohl. Unbekümmert lass ich mich fallen.
Mit der Kreditkarte ziehe ich Geld am Automaten. In der FussgängerZone finde ich mehrere TürkCell Läden. Die Entscheidung fällt auf den mit der größten und einladensten Verkaufsfläche.

Es geht zur Selimiye-Moschee, welche als Höhepunkt der osmanischen Architektur gilt. Das Bauwerk ist ein Spätwerk des grossen Architekten Sinan. Der Baumeister selbst meinte im Rückblick auf sein langes Leben und sein reiches Schaffen, die Selimiye Moschee sei sein Meisterwerk gewesen. Aufgrund umfangreicher Renovierungsmassnahmen kann nicht alles besichtigt werden. Der Besuch ist es dennoch wert. Und auch an dem Museum sollte man nicht vorbeilaufen.

Unweit von der Selimiye-Moschee findet sich die Alte Moschee (Eski Cami) aus dem frühen 15. Jahrhundert. Das Bauwerk gehört zu den ältesten erhaltenen Beispielen der frühen osmanischen Architektur.
Fazinierend der Raum unter der Kuppel im Schnittpunkt der Längs- und Querachsen. In einer der Ecken sass noch ein Lehrer mit seinen Schülern. Durch Photographieren wollte ich nicht stören, habe also darauf verzichtet. Zu beobachten, mit welcher Aufmerksamkeit die Schüler dem Lehrer zuhörten, bleibt im Gedächtnis.



Den Weg zurück in die Fussgängerzone wählte ich über die Ali Paşa Çarşısı – dieser lange Bazar wurde ebenfalls vom Grossmeister Sinan errichtet. Die überdachte Ladenstrasse ist recht schlicht, besticht aber durch seine Grösse mit unzähligen Geschäften.

In der Fussgängerzone wurde noch ein Pause eingelegt. Etwas Essen, die Menschen und das Treiben beobachten. In Edirne gibt es noch viele Ecken und Bauwerke zu entdecken.
Der kleine Umweg in die Grenzstadt war es wert, weiter geht es zum Bosporus.






Um von Europa nach Asien zu gelangen, wähle ich den Weg über die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke. Die Brücke ist seit 2016 in Betrieb und liegt am nördlichen Ende des Bosporus, ganz in der Nähe des Schwarzen Meeres. Ich empfehle noch den Besuch des Şehitler Parkı 15 Temmuz, eine Art Aussichtsplattform auf die Brücke. Von der Aussichtsplattform werden die Superlative deutlich, die beiden Pylone sind die höchsten Brückenpfeiler der Welt und die Brücke ist die breiteste Hängebrücke der Welt mit einer einzigen Fahrbahnplatte. Blickt man auf das Wasser des Bosporus, verschwinden die riesigen Frachtschiffe unter der Brücke.

Und wo bleibt Istanbul ? Diese grosse Stadt mit seinem lebhaften Treiben lasse ich aussen vor. Fährt man mit dem Camper vorbei, kann man das Ausmass der riesigen Stadt erahnen. Istandbul zu besichtigen würde mehrere Tage in Anspruch nehmen, und mit dem Camper in der Stadt zu “überleben” ist bei den derzeitigen Temperaturen nicht unbedingt ein Spass. Ich komme sicherlich eines Tages mit dem Flugzeug.

Meine Nacht verbringe ich unweit des Iznik Sees auf einem grossen Parkplatz unweit der Uferpromenade. Nichts besonderes, aber man findet seine Ruhe.