Servus, ich bin Carsten. Jahrgang 1964.
Aufgewachsen in der Oberpfalz. Eigentlich war mein Leben lange ziemlich geradlinig.
Das Fernweh habe ich vermutlich von meinem Vater geerbt. Er fuhr als junger Mann als Mechaniker zur See. Seine Geschichten von fremden Ländern, von Maschinenräumen und salziger Luft haben sich tief in mir verankert. Vielleicht wusste ich schon als Kind, dass die Welt größer ist als der eigene Gartenzaun.
Unsere Sommer verbrachten wir oft mit dem Wohnwagen an der Adria, im damaligen Jugoslawien. Meine Eltern schliefen im Wagen, ich in meinem eigenen Zelt davor. Für mich war das pure Freiheit. Tage am Strand, Feuermachen, Grillgeruch in der Luft, kleine Bootsausflüge auf dem Meer – und das Gefühl, dass das Leben einfach und gut ist. Auch heute, nach dem Tod meiner Eltern, gehören diese Reisen zu meinen wertvollsten Erinnerungen. Sie haben mir gezeigt, dass Glück oft aus Einfachheit entsteht.
Dann kam das „vernünftige Leben“: Studium zum Maschinenbauingenieur, Karriere als Vertriebsingenieur, Verantwortung, Termine, Zahlen. Ich gründete mit meiner wundervollen Frau eine Familie, wir bauten ein Haus und zogen zwei großartige Töchter groß. Unsere Reisen wurden bequemer – Hotels, Ferienwohnungen und durchorganisierte Urlaube. Mit Kindern ist Komfort kein Luxus, sondern Überlebensstrategie. Später, wenn wir zu zweit, meine Frau und ich, unterwegs waren, entdeckten wir Städte. Kultur, Geschichte, Cafés – ein anderes, ruhigeres Reisen. Und dann kam der Bruch. Der Tod meiner Frau hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Plötzlich war alles still. Zu still. Ich funktionierte, aber ich lebte nicht wirklich.
Bis ich eines Tages einen VW Crafter am Straßenrand stehen sah. Es klingt banal – war es aber nicht. Dieser Kastenwagen war kein Auto. Er war eine Idee. Eine Möglichkeit. Ein leiser Ruf. Ich kaufte ihn. Baute ihn aus – so gut ich eben konnte. Fahrzeugmechaniker & Motor Tuner bin ich nicht, aber der Innenausbau hat Spaß bereitet. Eigentlich sollte es nur ein Projekt für Ausflüge am Wochenende werden. Aber tief in mir arbeiteten längst die alten Träume weiter.
Als meine Firma sich neu organisierte und mir Mitte fünfzig die Chance bot, auszusteigen, habe ich sie genutzt. Viele nannten es mutig. Für mich fühlte es sich notwendig an. Die Abfindung wurde kein Sicherheitsnetz – sie wurde Startkapital für Zeit. Für meine Zeit. Seitdem reise ich. Nicht als Aussteiger. Nicht als Abenteurer auf der Flucht. Sondern als jemand, der verstanden hat, dass „irgendwann, wenn ich in Rente bin“ kein fester Termin im Kalender ist. Ich fahre nicht zwingend dort entlang, wo der Touristenstrom am dichtesten ist. Mich interessieren die leisen Orte. Die Straßen, die nicht im Reiseführer stehen. Ich fotografiere mit der Spiegelreflex, filme zunehmend mit dem iPhone, lese Sachbücher über IT und Technik – vielleicht, weil ich immer noch verstehen will, wie Dinge funktionieren. Und manchmal programmiere ich, einfach um meinen Kopf zu fordern. Und der Crafter will auch noch regelmäßig gewartet werden.
Reisen ist für mich nicht nur Ortswechsel, sondern Weiterentwicklung. Ein Herzinfarkt hat versucht mich auszubremsen. Vergeblich. Ein künstliches Kniegelenk erinnert mich daran, dass nichts selbstverständlich ist. Aber beides hat mir auch gezeigt: Aufschieben ist keine Option. Der Crafter begleitet mich noch immer. Er ist nicht perfekt im Ausbau. Vielleicht so wie ich. Und vielleicht werde ich bald nach einem zuverlässigeren Gefährten suchen. Doch das Prinzip bleibt: unterwegs sein, solange es geht.
Dieser Blog ist kein Reise Ratgeber im klassischen Sinn. Er ist mein Weg, das Leben noch einmal bewusst zu gestalten. Ein Neuanfang mit Mitte 50. Nicht, weil ich musste. Sondern weil ich durfte. Wenn du selbst spürst, dass da noch etwas wartet – vielleicht findest du hier den kleinen Impuls, loszufahren.

Motto

Alle sagten: “Das geht nicht!”
Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.

 

Beruflicher Werdegang

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Wie nennt man jemanden, der montags glücklich ist?
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IBM Deutschland … immer irgendwas rund um das Thema Maximo Asset Management

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Januar 1990 – Dezember 1996